Das Wundmanagement am Südharz Klinikum

Dienstag, 28. April 2020, 09:14 Uhr
In den zurückliegenden Tagen bekam Mario Gießler, der Wund- und Überleitungsmanager, Post aus dem Ruhrgebiet. Eine Frau, die gerade aus einem dortigen Krankenhaus entlassen wurde und deren Wunde weiter versorgt werden musste, hatte sich nach einer entsprechenden Versorgung über Google kundig gemacht. Und so kam sie schnell auf das Nordhäuser Südharz Klinikum, das über ein entsprechendes Management verfügt.

Das freut Mario Gießler, zeigt ihm aber auch, dass der vor acht Jahren eingeschlagene Weg richtig sei. “Wir werden auch als Kümmerer bezeichnet, weil wir den Patienten mit seinen Wunden nicht allein lassen”, sagt Mario Gießler. Unter Kümmern verstehen Gießler und die Wundschwestern vom MVZ Home Care nicht nur den ständigen Kontakt mit Ärzten und Schwestern im Klinikum selbst, sondern auch die beratende Tätigkeit mit den ambulanten Pflegediensten und den niedergelassenen Ärzten im Landkreis Nordhausen. “Wir zeigen dabei Strategien auf und haben jüngst auch eine Beratungsstelle für Hausärzte im Südharz Klinikum eingerichtet. Zusätzlich wird es ab Mitte des Jahres mit Dr. Niemeyer im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) eine spezielle Sprechstunde für Patienten mit chronischen Wunden geben, berichtet Gießler weiter. Zudem hat sich das seit 2013 veranstaltete Antidekubitus- und Wundsymposium im Südharz Klinikum zu einem festen Bestandteil in der Ärzte- und Pflegelandschaft im Südharz und darüber hinaus entwickelt.

Dass die Wundheilung einen immer breiteren Platz im Klinikum in Nordhausen einnimmt, zeigen auch die Zahlen. Gab es im Jahr 2015 für 912 Patienten eine Wundheilung und Überleitung, so waren es im vergangenen Jahr schon 1.357 Patienten. Und Mario Gießler führt eine weitere Zahl an, die der Ultraschall-Wundreinigung. In die investierte das Südharz Klinikum unter anderem in ein Plasmagerät. Hier wurde zwischen 2015 und 2019 ein Anstieg der Therapien um 40 Prozent erreicht.

Mit einiger Sorge betrachtet Mario Gießler die Patientensituation in Zeiten der Corona-Pandemie. Viele Menschen mit offenen und chronischen Wunden scheuen derzeit aus Angst den Weg ins Klinikum. Für diese Menschen wird eine telefonische Sprechstunde angeboten (0 36 31 / 41 21 50).

Auf die Entwicklung des Wund- und Überleitungsmanagements ist Mario Gießler stolz. Seit Anfang des Jahres leitet er das Wund- und Überleitungsmanagement gemeinsam mit Frau Mona Eisenschmidt, Fachtherapeut Wunde. “Wir haben damals einen richtigen Weg eingeschlagen und darauf sind wir auch ein wenig stolz. Der schönste Lohn für unsere Arbeit ist jedoch die Dankbarkeit der Menschen, denen wir mit unserer Arbeit helfen konnten.”
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