Montag, 30. Januar 2012, 14:43 Uhr
Eine App macht es möglich (Foto: SHK)
So war es bisher im Institut für Radiologie des Nordhäuser Südharz-Krankenhauses: Lag eine Aufnahme aus einem CT oder MRT vor, so muss diese seitens der Radiologen mit einem Befund versehen werden. Nun kann es durchaus vorkommen, dass bei sehr defizilen und komplizierten Diagnoselagen eine zweite ärztliche Meinung auch dann eingeholt werden muss, wenn in der Klinik kein zweiter Arzt gerade dienstlich verfügbar ist. Dazu gibt es die Rufbereitschaft der Oberärzte oder des Chefarztes. Die wurden telefonisch informiert und konnten sich vom heimischen PC aus in die entsprechende Datenstruktur des Krankenhauses einloggen. Ein langwieriger Prozess, der aber auch die stete Anwesenheit des jeweiligen Arztes in seinem Haus zur Pflicht machte.
So ist es jetzt im Institut für Radiologie: Das Institut wurde mit vier iPads ausgestattet. Die Ärzte, die aktuell keinen Dienst im Krankenhaus versehen, können sehr schnell mit den entsprechenden Daten und Bildern versorgt werden, die aus CT oder MRT kommen. Möglich machen das ein abgesichertes Datenübertragungsverfahren und eine Applikation, die von der Firma “aycan” speziell für dieses Verfahren entwickelt wurden. Die App ist einfach zu bedienen und bietet eine überaus vielfältige Nutzerstruktur. Das iPad können die Ärzte überall mit hinnehmen, sind jederzeit erreichbar und können dadurch in sehr kurzer Zeit ihr fachliches Statement zu den jeweiligen Aufnahmen abgeben.
Die Vorteile, die mit diesen Tabletts durchaus auf der Hand liegen, haben nicht nur die Radiologen begeistert, sondern auch die Geschäftsleitung überzeugt, weitere Geräte anzuschaffen. Momentan sind zwölf iPads im Einsatz, neben der Radiologie auch in der Neurochirurgie sowie in der Thoraxchirurgie. So kann zum Beispiel, neben der fachlich-kollegialen Nutzung, in der Zukunft dem Patienten am Bett eine Diagnose per Bild erklärt werden.