Facebook Instagram You Tube LinkedIn
Neues aus dem Klinikum

Hobeln war gestern - Südharz Klinikum wieder Vorreiter

Freitag, 06. September 2013, 13:23 Uhr
Greenlight-Laserbehandlung (Foto: SHK) Greenlight-Laserbehandlung (Foto: SHK)
Die Südharz Klinikum Nordhausen gGmbH bietet seit drei Monaten für Patienten mit einer gutartigen Vergrößerung der Vorsteherdrüse (Prostata) erfolgreich eine neue schonende und dabei hocheffektive Behandlungsmöglichkeit an. Die urologischen Patienten müssen nicht mehr Kompromisse bei der Wirksamkeit oder Sicherheit einer Behandlung in Kauf nehmen. Auch die Angst ist kleiner, denn wer geht schon gerne in die Klinik zur Operation. Die Betroffenen erhalten jetzt vor Ort die beste und sicherste Therapie, weil da nichts mehr „gehobelt und geschnitten“ werden muss. Es blutet kaum noch und Gerinnungsmittel brauchen auch nicht abgesetzt werden. Die veralteten Therapien kommen langsam und berechtigterweise aus der Mode, auch bei größeren Drüsen. Deshalb wurde das klassische Hobelverfahren von 1902/1972 in Nordhausen auch gleich noch auf ein hochmodernes bipolares Verfahren umgestellt.

Die Urologische Klinik am Südharz Klinikum ist dieser Philosophie als eine der größten Fachkliniken ihrer Art in Thüringen verpflichtet. Sie hat in den letzten 20 Jahren immer über die neuesten Behandlungsmöglichkeiten verfügt, weil ein großes Klinikum in der technischen Ausstattung immer sehr gut und unkompliziert reagieren kann. Dabei wird stets auf bewährte Verfahren gesetzt, d.h. es wird nicht jede neue Technik sofort gekauft und eingesetzt.

Dafür gebührt den Geschäftsführern, Herrn Hage und Herrn Dr. Brucke Dank!

Unser neues LASER-Verfahren ist die 3. Weiterentwicklung eines erfolgreichen Systems und wird bisher nur noch in einer weiteren Thüringer Klinik eingesetzt, obwohl weltweit schon 700.000 Patienten behandelt worden sind und es kein experimentelles sondern ein Routineverfahren ist. Ein Gerät der zweiten Generation war bereits seit 2009 erfolgreich im Einsatz. Nun geht es also noch besser, noch sicherer und die Patienten müssen nicht mehr so weit fahren. Und auch sonst müssen sie nirgendwohin fahren, weil die Nordhäuser Urologie eine wohnortnahe Basis- und Spezialversorgung betreibt, innovativ und leistungsfähig. Sieben Urologen sind im Regel- und im Notfall sieben Tage 24 Stunden für die Patienten da. Weit fahren müssen dafür andere, die die Vorzüge der neuen Therapie haben wollen (Magdeburg, Erfurt, Würzburg, Halle).

Vor dem Einsatz des GreenLight XPS TM 180 – so heißt das "Wundertier", stand erneut eine längere Spezialausbildung. Danach waren Spezialisten aus Hamburg, Dr. Schmidt und Paul Hartley aus London jeweils für einen Tag in Nordhausen, um die Einführung zu begleiten. Diesen Kollegen gilt ebenfalls besonderer Dank.

Das Verfahren verwendet Laserenergie zur Entfernung von vergrößertem Prostatagewebe. Bei dem Eingriff wird eine Laserfaser mittels eines endoskospischen Systems durch die Harnröhre an das Prostatagewebe gebracht. Dort wird die Laserenergie abgegeben und das überschüssige Prostatagewebe wird praktisch unblutig verdampft. Ganz besonders geeignet ist die GreenLight HPS Lasertherapie aus diesem Grund für Risiko -Patientengruppen, die blutverdünnende Medikamente einnehmen müssen oder für die eine lange Narkose aus gesundheitlichen Gründen nicht vertretbar wäre.

Nach erfolgreicher Enfernung des überschüssigen Gewebes kann der Urin wieder ungehindert aus der Blase in die Harnröhre abfließen. Innerhalb von 24 Stunden nach dem Eingriff sind die meisten Patienten bereits beschwerdefrei und haben einen deutlich besseren Harnfluss. Viele Patienten können wenige Stunden nach dem Eingriff ohne Katheter auskommen und wenige Tage später ihren normalen, nicht anstrengenden Tätigkeiten im Alltag nachgehen.

Im Gegensatz zu anderen Laserverfahren, die zur Behandlung der BPH eingesetzt werden, bietet der GreenLight HPS Laser den einzigartigen Vorteil seiner speziellen Wellenlänge von 532 nm, die sichtbares grünes Licht erzeugt. Dieses „Grünlicht“ nimmt den roten Blutfarbstoff auf, sodass die Operation nahezu unblutig erfolgen kann. Aus diesem Grund können auch Patienten, die Antikoagulantien einnehmen oder zu anderen Risikogruppen gehören, für die ein klassischer invasiver Eingriff kontraindiziert ist, mit dieser Therapie erfolgreich behandelt werden. Ein weiterer Vorteil gegenüber der TURP (Hobeltechnik) ist das verminderte Risiko von Nebenwirkungen im Bereich der Inkontinenz und Impotenz sowie der allgemeinen Risiken, die ein invasiver Eingriff birgt.

Wir sind froh, für eine unserer größten Patientengruppen die klassische Oldtimertechnik verlassen zu können.
(Chefarzt der Urologie Dr. Matthias Beintker)