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Neues aus dem Klinikum

Knapp 200 Interessierte kamen zur Auftaktverantaltung

Donnerstag, 02. Oktober 2014, 08:45 Uhr
Chefarzt Dr. med. Wieland Gunkel eröffnete mit seinem Team die 2. Runde der Öffentlichen Vortragsreihe am Südharz Klinikum und erreichte mit dem Thema der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) –auch Schaufensterkrankheit genannt, knapp 200 interessierte Bürgerinnen und Bürger.

Das große Interesse wird auch dadurch deutlich, weil laut einer Studie fast jeder 5. Bundesbürger über 65 Jahren eine periphere arterielle Verschlusserkrankung aufweist. Bei Männern sind es fast 20%, bei Frauen 17%. Bei Diabetikern steigt der Anteil der Erkrankten sogar auf 26,3%. Alarmierend ist die Tatsache, dass davon betroffene Menschen ein deutlich erhöhtes Sterberisiko durch Herzinfarkt und Schlaganfall aufweisen.

Die gestrige Veranstaltung für Patienten diente der Verbreitung des Wissens um Funktion und Arterioskleroseerkrankung der menschlichen Blutgefäße.

Zu den entscheidenden Risikofaktoren der Arterioskleroseentstehung gehören das Rauchen, Diabetes mellitus und die arterielle Hypertonie. Falsche Ernährung mit hohem Cholesterinspiegel, Übergewicht und Bewegungsmangel tragen entscheidend zur Arterioskleroseentwicklung bei.

Vorboten dieser als systemisch zu bezeichnenden Erkrankung sind oft Schmerzen beim Laufen. Betroffene Menschen wollen nicht auffallen und bleiben unauffällig vor den Schaufenstern stehen (deshalb Schaufensterkrankheit). So kann der Schmerz abklingen und die nächste Gehetappe kann folgen. Eine Situation mit fatalen Ursachen und Folgen.

Gerade Diabetiker nehmen Wunden an den Füßen wegen der bestehenden Nervenstörung nicht wahr. In kürzester Zeit entwickeln sich ausgedehnte Infektionen. Die häufig vorliegende Durchblutungsstörung erlaubt keine Heilungsvorgänge mehr. Schätzungsweise 40 000 große Gliedmaßenamputationen müssen deshalb in Deutschland jährlich vorgenommen werden. Fast ausschließlich sind Durchblutungsstörungen hierfür die Ursache.

Durchblutungsstörungen (pAVK) zu erkennen und zu behandeln ist die Aufgabe der Gefäßmediziner.
Auch hier gilt: Vorsorge ist besser als Nachsorge – mit zwei Beinen lebt es sich besser als mit (k)einem.

Im Südharz Klinikum werden seit 3 Jahrzehnten auf medizinisch-technisch hohem Niveau sowohl die gesamte Diagnostik, als auch sämtliche Behandlungsmaßnahmen die Gefäßerkrankungen betreffen vorgehalten.

Mit offen operativen Behandlungsmaßnahmen u. a. durch Ausschälplastiken oder Bypassoperationen kann die Arteriendurchblutung wieder hergestellt werden.
In den letzten Jahren haben minimal invasive Kathetereingriffe, sogenannte endovaskuläre Operationen, die Belastung durch offen operative Verfahren sehr erfolgreich minimieren können.
Durch entsprechende Röntgentechnik auch im OP kann durch kombinierte Anwendung von Operation und Kathetereingriff bei komplexen Durchblutungsstörungen eine wesentliche Durchblutungsverbesserung erzielt werden.

Durch individuelle Behandlungskonzepte gelingt es häufig, drohende Extremitätenamputationen abzuwenden oder auf ein Minimum im Zehen- oder Fußbereich zu begrenzen.

Das Thema der nächsten Patientenveranstaltung am 05.11.2014 ab 17:00 Uhr befasst sich mit der Problematik "Sodbrennen - wie entsteht es und wie sieht die gezielte Therapie aus?".

Wir freuen uns auf Sie!

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