Neuigkeiten aus der Klinik für Nuklearmedizin

Montag, 19. August 2019, 08:59 Uhr
Dr. med. Gert Zinger (Foto: SHK) Der Klinik für Nuklearmedizin am Nordhäuser Südharz Klinikum wurde bereits vor einiger Zeit von der Kassenärztlichen Vereinigung bestätigt, ambulante Untersuchungen mit dem neuen PET/CT abrechnen zu können. Möglich wurde dies durch den Nachweis der geforderten Untersuchungszahlen und der hier ja vorhandenen modernsten Untersuchungsgeräte. Dr. med. Gert Zinger beurteilt die KV-Entscheidung nicht nur unter kaufmännischen Aspekten, sondern vor allem durch die Gewinnung von Zeit. Zeit für den Patienten. Bislang mussten für das ambulante Prozedere immer Einzelgenehmigungen beantragt werden. „Für den Patienten war das mit einer mitunter langen Wartezeit und damit auch Unsicherheit hinsichtlich der exakten Diagnose eines Tumors oder mit der Bestätigung des Fortschrittes einer verordneten Therapie verbunden“, erklärt der Chefarzt.

In dem 1,6 Millionen Euro teuren PET/CT werden die Möglichkeiten der bisherigen Computertomographie mit denen der Positronen-Emission-Tomographie vereint. Dabei wird dem Patienten radioaktiver Zucker verabreicht, der vor allem bösartiges Gewebe deutlich sichtbar macht. Im Gegensatz zur bisherigen CT gibt es nun kaum noch Unsicherheiten. Das betrifft nicht nur die Diagnose, sondern auch der Beurteilung des Fortschritts einer Chemotherapie. „Wir konnten bei einer Patientin mit einem Lymphom (Sammelbegriff für Tumoren des Lymphgewebes), die in der ersten Diagnose kräftig reaktives und stark ausgebreitetes Tumorgewebe aufwies, nach mehreren Chemotherapie-Zyklen nachweisen, dass die Therapie so erfolgreich war, dass die Tumorzellaktivität nicht mehr messbar war. Der Tumor war erfolgreich therapiert“, so Dr. med. Gert Zinger.

Die hochmoderne Ausstattung der Nuklearmedizin, in die das Klinikum in den zurückliegenden Jahren mehr als fünf Millionen Euro investiert und personell aufgebaut hat, machte es dem Chefarzt möglich, eine Kooperation mit der Klinik für Nuklearmedizin am Universitätsklinikum Frankfurt am Main einzugehen. Auf der einen Seite punktet das Südharz Klinikum mit der hervorragenden Technik und einem dahingehend ausgebildeten und eingespielten Team, auf der anderen, der Frankfurter Seite, kann die Uni in Frankfurt auf vielfältige Erfahrungen verweisen, da dort deutlich mehr Patienten behandelt werden als in Nordhausen und sich daraus eine optimalere Datengrundgrundlage ergibt, die wiederum auch den Nordhäusern von Nutzen ist.

Dazu der Chefarzt: „Unser Klinikum verfügt mit seiner Nuklearmedizin nicht nur über ein personelles Know How, das in Nordthüringen seinesgleichen sucht, sondern ist beispielgebend auch in der technischen Ausstattung. Die Kombination aus beiden Teilen zu einem Gesamtpaket ist für die betroffenen Patienten von größter Bedeutung. So können eben nicht nur genaueste Diagnosen erstellt, sondern auch Therapiefortschritte analysiert werden. Leider ist es bei Tumorerkrankungen auch der Fall, wo jede Therapie an ihre Grenzen stößt. Daher ist es für den Patienten in solch konkreten Fällen schonender, sie rechtzeitig abzubrechen oder aber eine andere Therapieform zu wählen. So schmerzlich die Nachricht dann auch sein mag.“

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