Neues Bestrahlungsgerät für die Orthovolttherapie

Montag, 21. Oktober 2019, 09:34 Uhr
Uta Dorn, Leitende MTRA, demonstriert mit Christian Genz die Therapie eines Fersensporns. Der Medizinphysiker ist dabei in die Rolle eines Probanden geschlüpft. (Foto: SHK) Seit letzter Woche wird im Südharz Klinikum Nordhausen ein neues Bestrahlungsgerät für die sogenannte Orthovolttherapie, auch Röntgenreizbestahlung genannt, eingesetzt. Die Investition im sechsstelligen Bereich ermöglicht eine noch effektivere Behandlung entzündlicher und degenerativer Gelenkerkrankungen sowie Hauttumore. Mit jährlich etwa 1000 Behandlungsserien gehört diese Therapieform langjährig zum Leistungsspektrum der Nordhäuser Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie.

Das in die Jahre gekommene Hille Bestrahlungsgerät wurde nun durch das neue Röntgentherapiesystem T-200 System der deutschen Firma Wolf-Medizintechnik GmbH (St. Gangloff, Thüringen) ersetzt, welches nunmehr neben einer digitalen Bestrahlungsplanung eine permanente Prozessüberwachung während der Bestrahlung ermöglicht und somit ein Höchstmaß an Patientensicherheit bietet. Dieses neue System umfasst das gesamte Spektrum der konventionellen Röntgentherapie von der Oberflächentherapie über Halbtiefen- bis zur Röntgen-Tiefentherapie. Zudem wird die Durchführung der Bestrahlung für die routinierten Medizinisch-Technischen-Assistentinnen durch ergonomische Bedienelemente deutlich erleichtert.

Die bewährte Methode der Röntgentherapie nutzt die entzündungshemmende Eigenschaft von Röntgenstrahlen in niedrigster Dosierung. Sie erzielt bei entzündlichen Erkrankungen an degenerativ veränderten Gelenken und Sehnenansätzen, die mit starken Schmerzen und Funktionseinschränkungen einhergehen, auch dann eine langanhaltende Besserung der Symptome bzw. Beschwerdefreiheit, wenn die herkömmlichen Therapiemöglichkeiten erschöpft sind.

Vorzugsweise behandelt werden mit dieser effizienten und nebenwirkungsarmen therapeutischen Alternative Arthrosen an Gelenken der Hand, der Schulter, der Hüfte oder des Knies sowie Tendinosen wie dem Fersensporn, Tennisellenbogen oder der Funktionsbeeinträchtigung der Schulter.
Je nach behandelter Region profitieren etwa zwei Drittel der Patienten mit einer Schmerzlinderung oder dauerhafter Beschwerdefreiheit, wobei die Behandlung bei Nichtansprechen wiederholt werden kann. Mit der Schmerzlinderung ist in der Regel auch ein deutlicher Rückgang der Bewegungseinschränkungen verbunden; nicht selten lässt sich sogar die volle Funktionsfähigkeit wiederherstellen. Ideal ist der Einsatz der Röntgentherapie auch für die Oberflächentherapie von Hauttumoren (Basaliomen und Plattenepithelkarzinomen) als Alternative zur operativen Entfernung mit sehr guten kosmetischen Ergebnissen und vergleichbaren Heilungsraten.
Aufgrund der hohen Erfolgsaussichten bei geringen Nebenwirkungen werden die Kosten für eine Röntgentherapie von den Krankenkassen übernommen. Die Patienten benötigen lediglich eine Überweisung vom Haus- oder Facharzt.
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