Freitag, 08. November 2013, 14:36 Uhr
Südharz Klinikum (Foto: Hagedorn, Anne/ SHK)
Diese klügste Nacht des Jahres, die alle 2 Jahre von der Fachhochschule Nordhausen veranstaltet wird, zählte auch dieses Mal zu den Highlights im Veranstaltungskalender unserer Region. Etwa 4000 interessierte Personen, schätzte man ein, besuchten die Veranstaltungen im Territorium insgesamt.
Das Südharz Klinikum beteiligte sich traditionell mit interessanten Vorträgen unserer Ärztinnen und Ärzte. Zwischen 15 und 20 Besucher zählte jeder Vortrag. „Eine gute Nierenfunktion ist lebenswichtig“, betonte beispielsweise Oberarzt Konstantin Godin, Facharzt für Urologie. Die nierenerhaltende Tumorchirurgie war sein Thema. Dies geschieht in der sogenannten Schlüsselloch-Technik. Sie ist ein großer medizinischer Fortschritt und wird in Deutschland nur in wenigen spezialisierten Zentrum durchgeführt. Das Südharz Klinikum gehört dazu. In einem Video zeigte Godin außerdem bildhaft eine derartige hochmoderne Operationsmethode und die dazu erforderlichen Instrumente.
Der Operateur benötige keinen größeren Schnitt, um Niere und Tumor zu erreichen. Die Methode ermögliche eine schnellere Erholung, eine frühere Entlassung, weniger Blutverlust und weitaus weniger Schmerzen nach der OP als herkömmliche Verfahren.
Nicht minder interessant war das, was Mario Gießler, Pflegetherapeut im Klinikum, zu sagen wusste. Er beschäftigte sich mit der „Wundversorgung im Wandel der Zeit – von der Steinzeit bis heute“. Sie sei so alt wie die Menschheit. Mit dem Wundenlecken habe es begonnen. Später zerkaute man Blätter, um deren ätherische Öle wirken zu lassen. Vor 4000 Jahren unterschieden ägyptische Ärzte schon zwischen sterilen und infizieren Wunden. Die alten Römer kannten schon feuchte Verbände und Schwämme.
Frei von jeder wissenschaftlichen Erkenntnis war das finstere Mittelalter. Vom Klerus genährt, galten Krankheiten als gerechtes Gottesurteil. Erst im 18. Jahrhundert bekam die Hygiene einen Stellenwert. Dafür stehen Namen wie Joseph Lister, Ignaz Semmelweis und Louis Pasteur. Den Erste-Hilfe-Kasten kennt man erst seit 1882, der erste Wundschnellverband wurde 1919 angelegt. Hightech-Verbände ermöglichten heute eine keimfreie und schnelle Wundheilung. Das Diabetische Fußsyndrom zähle zu den derzeit häufigsten Wundarten.
Je nach Interesse, Lust und Laune bot die Lange Nacht Interessantes für jedermann, Wissen zu erweitern oder zu vertiefen.
Das Südharz Klinikum bedankt sich bei allen Besucherinnen und Besuchern für das rege Interesse.