Montag, 09. Dezember 2013, 10:56 Uhr
Prof. Dr. med. Philip Heiser & Dipl.-Psychologin Katharina Domann (Foto: Anne Hagedorn / SHK)
Unter der Leitung des Chefarztes Prof. Dr. med. Philip Heiser erhielten die zahlreichen Besucher einen Einblick in das Krankheitsbild und den therapeutischen Weg der erfolgreichen Behandlung am Fallbeispiel der 11-jährigen „Lisa“(Name von der Redaktion geändert).
Den begrüßenden Worten des Chefarztes folgte ein Einblick in die Gegebenheiten der Kinder- und Jugendpsychiatrie, wie z.B. Therapieangebote, Räumlichkeiten, Bereichsbudget, Behandlungsmöglichkeiten im stationären, tagesklinischen und ambulanten Bereich. Außerdem stellte der Chefarzt in Aussicht, die stationäre Eltern-Kind-Therapie weiter auszubauen und die Ambulanz der KJP mit einer Außenstelle zu erweitern.
Nach dieser Einführung stieg Facharzt Jörg Schubert mit einer theoretischen Darstellung in das Vortragsthema ein. Sein Weg führte über die ICD-10 Klassifikationen zu den verschiedensten emotionalen Störungsbildern.
Am konkreten Fall der 11-jährigen „Lisa“ führte die Fachärztin Eva Finck die Zuhörer in die Aufnahmesituation und das Erstgespräch mit Patient und Eltern sowie die daraus folgenden anamnestischen Erhebungen ein. Patientin „Lisa“ wurde so für den Zuhörer „lebendig“ und greifbar.
Diplompsychologin Katharina Domann führte durch die psychologische Diagnostik, spezielle Testverfahren, zeigte Lisas Ziele sowie den weiteren Therapieweg in den Einzel- und Gruppentherapien und der notwendigen Elternarbeit auf.
Dann ergriffen die Fachtherapeuten das Wort.
„Gefühle auszudrücken ist Schwerstarbeit. Über Gefühle zu sprechen benötigt Sicherheit, Mut, Zeit und Selbstvertrauen“. Musiktherapeutin Angela Pschibert erläuterte den Behandlungsweg aus musiktherapeutischer Sicht, ein Weg zur Stärkung der Ich- und Sozialkompetenz. Ein dabei entstandener Film über Gefühle unterstrich das Anliegen sehr eindrucksvoll.
Ergotherapeutin Annett Köhler zeigte die im Behandlungsverlauf erfolgten ergotherapeutischen Resultate auf. Sie beschrieb die unterschiedlichsten Materialien und die Möglichkeiten der Gruppen- und Einzeltherapie. Sehr bedeutsam waren auch die Ressourcen, die sich für „Lisa“ im Rahmen der tiergestützten Therapie (Hippotherapie) eröffneten.
Mototherapeutin Antje Wiedemann gab einen Einblick in Behandlungsmöglichkeiten bei emotionaler Störung. Ihr herausgefilterter Schwerpunkt für „Lisa“- die Vertrauensgruppe - beschrieb sie anschaulich. Den Abschluss ihrer Ausführungen bildeten zwei praktische Übungen mit mutigen Zuschauern, die dafür mit einem Applaus gewürdigt wurden.
Traumatherapeutin und Psychotherapeutin Petra Sieckel beendete den bunten Strauß der Vorträge mit Ausführungen über die Behandlungsansätze und den Weg der Traumatherapie, falls die emotionale Störung durch traumatische Erlebnisse im Kindesalter entstanden ist.
Anschließend folgte eine rege Diskussion über die Thematik in der deutlich wurde, dass die Zusammenarbeit zwischen der Klinik und externen Einrichtungen wie beispielsweise Schulen oder Kindertagesstätten eine entscheidende Rolle spielt, um derartige Therapieerfolge wie bei „Lisa“ gemeinsam – mit allen daran beteiligten Berufsgruppen – erzielen zu können.
(Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Kindes- und Jugendalters)