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Neues aus dem Klinikum

Behandlung von Gelenkproblemen durch Radiosynoviorthese (RSO)

Mittwoch, 29. September 2021, 09:39 Uhr
Dr. med. Gert Zinger (Foto: SHK) Dr. med. Gert Zinger (Foto: SHK)

Unser Klinikum (einschließlich unseres MVZ) ist eines der wenigen Krankenhäuser in Thüringen, das bei der Behandlung von Gelenkproblemen auch die Radiosynoviorthese (RSO) anbieten kann. "Die RSO, landläufig als nuklearmedizinische Gelenktherapie bezeichnet, ist eine seit über 50 Jahren bewährte Therapiemethode, mit der entzündliche Gelenkerkrankungen lokal behandelt werden können. Das bedeutet, dass die Behandlung nur dort erfolgt, wo die Entzündung im Gelenk auch tatsächlich vorliegt, beschreibt der Chefarzt der Klinik für Nuklearmedizin, Dr. med. Gert Zinger, die Therapieform, mit der u. a. auch die Zeit bis zur Ersetzung des Gelenkes deutlich hinausgeschoben werden kann.

Der von den Nuklearmedizinern per Punktion eingebrachte Betastrahler wirkt nur dort, wo er zum Einsatz kommt. Konkret bedeutet das, dass die “Reichweite der Strahlung exakt auf die Anatomie zum Beispiel des Kniegelenks ausgerichtet ist. Somit wird die Entzündung der Gelenkkapsel deutlich gelindert. Eine Strahlenbelastung außerhalb des Gelenks ist ausgeschlossen.

Im Klinikum wird die entsprechende Therapie in enger Zusammenarbeit mit dem Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Dr. med. Kaith Letzel sowie Oberarzt Dr. med. Holger Reichel vorerst nur am Kniegelenk ausgeführt. Unser großes und leistungsstarkes Klinikum erweist sich hier als ein deutlicher Vorteil für den Patienten. Er erfährt seine Behandlung, das absolut präzise Arbeiten während des Eingriffs de facto aus “einer Hand.

Wenn der Patient nach erfolgter Therapie entlassen wird, dann sollte er sich nach sechs Monaten einer erneuten Kontrolle unterziehen, eine gegebenenfalls zweite Anwendung kann dann noch einmal vorgenommen werden. "Wir haben momentan fast 50 Anmeldungen für eine Radiosynoviorthese vorliegen, die wir nun zügig abarbeiten können. Unsere Behandlung erfolgt ausschließlich auf eine Überweisung, entweder vom Hausarzt oder vom Orthopäden, so Dr. Zinger.

Der Chefarzt ist froh und stolz, dass er neben der personellen Neuausrichtung der Klinik und des MVZ für Nuklearmedizin auch die Zertifizierung seines Arbeitsbereiches mit dem gesamten Team nach ISO 9000:2015 angehen kann. "Ich bin sehr optimistisch, dass wir das erste Audit im kommenden Monat positiv realisieren können. Neben der hervorragenden technischen Ausstattung unserer Klinik arbeiten wir schon seit längerer Zeit an umfangreichen Dokumentationen aller Abläufe, Daten und Fakten zu Therapien. Dabei hat uns auch die fast abgeschlossene Umstellung auf das digitale Verfahren sehr geholfen, so der Chefarzt.

Für Patienten, die eine Überweisung für eine Radiosynoviorthese bekommen haben, gibt es unter 03631/412875 die Möglichkeit, sich bereits vorab ausführlich informieren zu lassen.