Facebook Instagram
Institute

Radiologie

Jahresbericht 2019

Liebe Kollegen und Patienten,

das Jahr 2019 war für das Team der Radiologie des Südharz Klinikums ein spannendes und auch widersprüchliches Jahr.

Einerseits waren wir Nordhäuser erstmalig Ko-Ausrichter des Thüringisch-Sächsischen Röntgenkongresses, was mit erheblichem insbesondere organisatorischem Arbeitsaufwand verbunden war, andererseits aber auch eine gute Chance war, die Nordhäuser Radiologie in Thüringen und Sachsen bekannter zu machen. Aus Nordhausen haben wir neben verschiedenen Vorträgen (u. a. über künstliche Intelligenz bei der Prostatabildgebung und Bildgebung von Brustimplantaten im Mamma-MRT) auch zwei Workshops angeboten, einerseits über alles im Zusammenhang mit dem Mamma-MRT; andererseits über ultraschallgestützte Biopsieformen (zeitgleich an verschiedenen Ultraschallsystemen verschiedener Firmen). Dazu mussten Phantome mit eingebetteten Tumoren besorgt werden, mit etlichen Firmen Gespräche geführt werden, damit diese unentgeltlich Ultraschallgeräte zur Verfügung stellen. Über 50 Fallbeispiele verschiedener MR-Befunde mussten anonymisiert auf vorher installierte Rechner gespeichert und prozessiert werden, die entsprechenden Befundbeschreibungen mussten erstellt, diverse Übersichtsvorträge vorbereitet werden. Es war eine gute Gelegenheit, mit anderen Thüringer Kollegen ins Gespräch zu kommen, und letztlich ein Erfolg.

Auch auf der »Habenseite« stehen erfolgreich abgeschlossene Promotionsverfahren sowie Facharztausbildungen aber auch zwei sehr hochrangig angenommene Originalarbeiten aus Nordhausen in renommierten internationalen wissenschaftlichen Zeitschriften mit Frau Dr. Papageorgiou als Erstautorin und sehr viele Präsentationen beim Europäischen Röntgenkongress.

Auf der anderen Seite war das Jahr 2019 geprägt durch organisatorische und personelle Änderungen und Probleme.

Die aktuelle Situation der Radiologie in Deutschland ist angespannt. Einerseits bilden immer weniger Radiologien Fachärzte aus (als Mitglied des Weiterbildungsausschusses der LÄK Thüringen bekomme ich da einen kleinen Einblick), andererseits erfahre ich auch als Prüfer bei den Staatsexamensprüfungen an der FSU Jena, wie wenige junge ärztliche Kollegen sich für Radiologie interessieren und in Thüringen und insbesondere im ländlichen Raum bleiben wollen. Zudem sind die Anforderungen der Landesärztekammern für die Facharztausbildungen gerade in der Revision. Viele Radiologien werben intensiv um bereits ausgebildete Kollegen (auch schon vor dem Facharztabschluss). Das ist nachvollziehbar, denn die Radiologie ist aus kaum einer Diagnostik mehr wegzudenken, gewinnt immer mehr an Bedeutung auch interdisziplinär, das Fach ist anspruchsvoll auch insbesondere in den Nacht- und Wochenenddiensten. 2019 haben uns vier ärztliche Kollegen verlassen, von denen zwei nach Berlin gegangen sind und zwei der Radiologie den Rücken gekehrt haben. Auch Röntgenassistenten wurden »abgeworben«, u. a. an die Uni Halle und zur Firma Philips. So schön es ist, wenn sich junge Menschen für Kinder entscheiden, stellt dies ein Team zusätzlich vor Schwierigkeiten, insbesondere wenn während der Schwangerschaft heutzutage sehr rasch Berufsverbote resultieren und die Kolleginnen so lange ausfallen.

Aktuell hat sich die Personalsituation bei uns in beiden Bereichen erfreulicherweise entspannt, worüber ich sehr froh bin, so können wir voller Optimismus in die neue Dekade gehen.

Ihnen viel Spaß, wie gewohnt, beim Anschauen unserer Bilder.

Ich hoffe, es ist für Sie interessant.

Ihr Ansgar Malich